kpw-photo: Eisenhüttenstadt
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Projekt Eisenhüttenstadt
Stand: 19.1.2020
 

Am (Foto-)Projekt Eisenhüttenstadt arbeite ich gemeinsam mit Ernst-Wilhelm Grüter.

Seine Sicht auf das Thema findet sich hier

 

Aktuelle Ergänzungen

 
Katalog Projekt Eisenhüttenstadt - Seitenverzeichnis
 
 
 
Der Blickfang in der Lindenallee: Friedrich-Wolf-Theater (1)
 
Aus dem Flyer "Eisenhüttenstadt - Die Planstadt zu Fuß entdecken"
 

Link-Liste zu den Detail-Seiten

 

 

 
 
Straßennamen im Lauf der Zeit
 
Die Magistrale - Lenin-Allee, jetzt: Lindenallee - erster Eindruck - Details
Blick über die Beeskower Straße der Lindenallee folgend bis zum Linden-Zentrum (13), hinter dem der (unbebaute) Zentrale Platz liegt. Links liegt der Wohnkomplex I, rechts Wohnkomplex IV
Die Fassade mit dem Friedenstaube-Mosaik gehört zum Linden-Zentrum (13) an der Straße der Republik
Link zu einer ausfürliche Vorstellung der Bebauung der Lindenallee
Blick vom Rathaus (11) am Zentralen Platz auf den Beginn der Lindenallee zwischen der Ruine des Hotel Lunik (12) und dem Linden-Zentrum (13)
Blick der Lindenallee folgend zum Werk - televerdichtet
Blick von der Beeskower Straße zum Werk. In der ursprünglichen Planung sollte die Einfahrt durch ein monumentales Tor eingefasst werden.
Vor dem Eingang zum Werk
 
 
Ehemalige Großgaststätte Aktivist (5)
Gebäude der ehemaligen Großgaststätte Aktivist an der Karl-Marx-Straße/Ecke Saarlouiser Straße (vormals Straße der Jugend) - mehr
Karl-Marx-Straße
Einmündung der Saarlouiser Straße auf die Karl-Marx-Straße - rechts außerhalb des Bildes der "Aktivist"
Wohnkomplex II - Clara Zetkin-Quartier
Erich-Weinert-Allee und Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR (6)
mehr: Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR (6)
Grundschule Erich-Weinert (7)
Das Gebäude der Erich-Weinert-Grundschule (7) an der Friedrich-Engels-Allee, die den Wohnkomplex II begrenzt
Wohnkomplex II - Erich-Weinert-Quartier
Blick über die Friedrich-Engels-Straße zur Erich-Weinert-Allee, die einen Block des Wohnkomplex II erschließt
Wohnkomplex II - Pawlow-Quartier
Wohnkomplex III
Wohnkomplex IV
Rathaus - vormals "Haus der Parteien und Massenorganisationen" (11)

Rathaus: links Straße der Republik - rechts der Zentrale Platz

mehr - weitere Bilder und Informationen

Blick an der Lindenallee am Linden-Zentrum vorbei zu Rathaus und den unbebauten Zentralen Platz
 
Eisenhüttenstadt - die Stadt der vielen Pläne
Eisenhüttenstadt - die Stadt der vielen Pläne

Ja, mach nur einen Plan!
Sei nur ein großes Licht!
Und mach dann noch’nen zweiten Plan
Gehn tun sie beide nicht.

aus: BALLADE VON DER UNZULÄNGLICHKEIT MENSCHLICHEN PLANENS von Bertolt Brecht (Text und Ton)
 
Eisenhüttenstadt gilt als "Planstadt" und teilt mit anderen Planstädten das Schicksal, dass es zwar viele Pläne gab, aber diese jeweils nur zum Bruchteil ausgeführt wurden.
 
Eisenhüttenstadt wurde als Wohnstadt zum im Bau befindlichen Eisenhüttenkombinat Ost (EKO) geplant. Die weitreichenden Pläne eines technolgisch naheliegenden Komplexes aus Eisenhütte - Stahlwerk - Warmwalzwerk - Kaltwalzwerk konnte zu DDR-Zeiten nie realisiert werden, da die knappen Ressourcen im Widerspruch zur Vielzahl der Ziele standen. Das ist im Einzelnen in der unten genannten Literatur dargestellt.
 
Auf dieser Web-Seite soll versucht werden, die verschiedenen Etappen der Wohnstadt im Bild zu reflektieren. Aktuell liegt der Schwerpunkt auf den Wohnkomplexe I, II, III und IV, die merklich vom Konzept des Planes von Kurt W. Leucht beeinflusst sind. Spätere Wohnabschnitte folgen nicht mehr der "Nationalen Bautradition", sondern der Logik der Plattenbauweise und fanden in Eisenhüttenstadt im Wohnkomplex VII ihren Höhepunkt. Ältere Baubestände im früheren Fürstenberg sind noch aufzunehmen ebenso das "Baucamp der Jahre 1984-1986, das für die (ausländischen) Bauarbeiter des neuen Stahlwerks errichtet wurde und auch Einfamilienhäuser für die Spezialisten von VOEST Alpine aus Österreich umfaßte (vergl. Richter, Jenny; Förster, Heike; Lakemann, Ulrich; S. 85).
 
Marco Schmidt: "In dieser Arbeit wird die These vertreten, dass sich in der Gründung von Werk und Stadt die Vision des sozialistischen Neubeginns verwirklichen sollte, wobei die 16 Grundsätze dabei als Grundlage dienten. Neben der wirtschaftlichen Notwendigkeit sollte die neue Planstadt vor allem auch ein politisches Symbol für den Neubeginn des jungen Staates darstellen." (Schmidt, Marco (2012): Eisenhüttenstadt – die erste sozialistische Planstadt der DDR Eine Analyse zur Umsetzung der 16 Grundsätze des sozialistischen Städtebaus. Hamburg)
 
Ruth May: "Stalinstadt ist als Paradigma gedacht, sowohl für die neue Gesellschaftsordnung als auch für die neue soziale Stadt. Die Rede von der 'ersten sozialistischen Stadt auf deutschem Boden' vermittelt beides: den Sozialismus als ihre Voraussetzung und die neue Stadt als seine Hervorbringung."(May, Ruth (1999): Planstadt Stalinstadt. Ein Grundriß der frühen DDR, aufgesucht in Eisenhüttenstadt. Dortmund, S. 314)
 

Außerdem soll der Frage nachgegangen werden, ob die angestrebte Planstadt nicht de facto zu einer Plansiedlung führte. Der nie bebaute Zentrale Platz, die überdimensioniert wirken Straßen, leerstehende Geschäftsräume und das Auskaufszentrum außerhalb der Wohnstadt werden diese Frage auf. Flierl spricht deshalb von "Wohnungsbau statt Städtebau".

Ruth May: "Durchstreift man Eisenhüttenstadt zum ersten Mal, bemerkt man - neben einer von der ehemaligen Stalinalle her bekannten Architektur - eine merkwürdige Leere. Ist es die Großzügigkeit der Innenräume und die Stille des Spätnachmittags, das Grün überall und die wohlgeordnete Symmetrie der Gebäude und Weganlagen? Woher die Anmutung, man befände sich in der friedlichen Anlage eines Landsanatoriums? Der planerischen und gestalterischen Ordnung liegt unverkennbar der Wille zur Harmonie zugrunde. Von diesem Bestreben durch und durch gegliedert, fehlt ihr ein Knotenpunkt, der alles zusammenhielte: Der zentrale Platz ist leer geblieben. [...] Es ist, wie wenn dem großen einheitsstiftenden Wurf am Ende die inspirierende Kaft ausgegangen sei. Und so ist es auch" (May, Ruth (1999), S. 314)

 
"Wie in der Stalinallee in Berlin haben die Erbauer Eisenhüttenstadts versucht, sozialistische Wohn-Utopien architektonisch umzusetzen. Unter der Federführung des Architekten Kurt Leucht waren großzügige Wohnviertel mit wunderbaren Laubengängen und Innenhöfen gebaut worden. Kunstvoll gestaltete Springbrunnen, Kinderspielplätze, Planschbecken, an jeder Ecke Bronzeskulpturen - man sah durchaus, was die planende Hand anfänglich mal gewollt und mit welcher Utopie im Hinterkopf man gearbeitet hatte. Ende der Sechziger versiegte der menschenfreundliche Ehrgeiz der Planer. Das Geld reichte nicht mehr. Seitdem errichtete man auch hier im Zuge des Wohnungsbauprogramms dieselben gesichtslosen Plattenbauten wie überall in der DDR" (Rolf Henrich: Ausbruch aus der Vormundschaft. Ch. Links Verlag, Berlin 2019, S. 124)
 
Eisenhüttenstadt: Stadtkonzepte und soziale Realität im Zeitverlauf
 
Walter Siebel: Was macht eine Stadt urban?
 

Die vom Stadtsoziologen Walter Siebel in dem Vortrag referierten und entwickelten Überlegungen zu Urbanität können m. E. ertragreich auf Eisenhüttenstadt bezogen werden. Einige Fragen:

  • Wie kann eine Planstadt Urbanität entwickeln? Der Vergleich etwa mit Wolfsburg wird da hilfreich sein.
  • Welche Rolle spielen die Planänderungen beim EKO für die Planstadt?
  • Der Wechsel von der "Nationalen Bautradition" zur "Industriellen Großbauweise" (vulgo: Plattenbau)
  • In der DDR waren die Betriebe mit eigenen Kindergärten, Einkaufsstellen, Kultur- und Freizeiteinrichtungen in Bereichen aktiv, die sonst der städtischen Sphäre zugeordnet werden. Wie wirkte sich das im Verhältnis des (ausgesprochen dominanten) EKO zur Stadt aus? Wie wirkte sich der Wegfall dieser Sonderrolle nach 1989 auf Eisenhüttenstadt aus?
  • Die Entwicklung des ehemaligen EKO und der dramatische Bevölkerungsrückgang seit 1990

 

 
"Städte sind Agenturen unwillkürlicher Erziehung. Das haben sich Generationen von Architekten und Städtebauern, Wohnungsreformern und Fabrikherren, Medizinern und neuerdings Ökologen zunutze gemacht. Sie versuchten, Städte- und Wohnungsbau als pädagogische Instrumente einzusetzen, sei es zu einem gottgefälligen Familienleben oder zu disziplinierter, rationaler Lebensführung. ..... Paternalismus, christliche Moral und Fürsorge, die drängenden Probleme der Seuchenbekämpfung, die Sorge der Fabrikanten um die Fabrikdisziplin und der Miltärs um die Wehrfähigkeit, aber auch Einsichten in den Zusammenhang von Gesundheit, Zufriedenheit und Produktivität .... all das verknüpfte die Bemühungen um die "Daseinsvorsorge" (Forsthoff) und um die Ordnung der Stadt auf engste mit Volkserziehung" (Walter Siebel, Kultur der Stadt, S. 145 f)
 
Literaturhinweise
 
Ausblick
Im Stadtmuseum von Eisenhüttenstadt
 
erst mal abgestellt
Für 'ne bessere Gesellschaft wird viel gebraucht ... Elektrizität ist immerhin schon verfügbar
 
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